Aufklärung

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Aufklärung über Noma auf einem nigrischen Marktplatz

Die Hilfe wird mittlerweile auch durch Behandlung mit Medikamenten im Anfangsstadium und durch Aufklärungsarbeit in Niger ergänzt. Ohne die Aufklärungsarbeit könnte nur wenigen geholfen werden. Zum einen würde die Krankheit im Anfangsstadium nicht bemerkt und dadurch ein Ausbruch der Krankheit begünstigt. Zum anderen betrachten viele nigrische Stämme körperliche Entstellungen als Fluch und verstecken oder verstoßen die Betroffenen aus Scham. Die hohe Zahl von Analphabeten in Niger (80% der Bevölkerung) erforderte Alternativen zur schriftlichen Informationsübermittlung unter dem Motto:

„Nur Wissen macht handlungsfähig“

Zusammen mit nigrischen Schauspielern wurde ein traditionelles Theaterstück entwickelt. Dies ist üblich in Ländern mit hoher Zahl von Analphabeten. Das Stück handelt von einer Familie, die ein an Noma erkranktes Kind hat. Die Eltern wundern sich, warum das Kind starken Mundgeruch, hohes Fieber hat und nichts essen will. Sie bringen das Kind zu einem traditionellen Heiler. Er schreibt den Namen der Krankheit auf eine Tafel, wäscht diese ab und lässt das Kind das Abwasser trinken. Danach schneidet der Heiler nekrotisches, also abgestorbenes Gewebe, aus der Wange heraus. Viele Kinder sterben aufgrund dieser vermeintlichen Heilmethode. Im Stück erscheint dann ein Außenstehender, der über Noma informiert ist und die Eltern über Heilmöglichkeiten aufklärt. Die Hilfe ist unentgeltlich, aber die Eltern müssen schnell handeln und sich auf den Weg machen. Die Darsteller zeigen möglichst drastisch und illustrativ die Probleme der Krankheit Noma auf.

Angestellte des Vereins in Niger kommen aus den verschiedenen Stämmen des Landes, da die ethnischen Gruppen nur Stammesangehörige akzeptieren und sich nicht von anderen unterweisen lassen. Außerdem würden Sprachunterschiede die Verständigung erschweren. Die Hilfsaktion hat nun Prämien für die Registrierung der meisten Nomakinder ausgesetzt, um so möglichst vielen Kindern frühzeitig zu helfen. Die Mitarbeiter des Vereins klären ihre Stammesangehörigen über Noma auf und bringen erkrankte Kinder aus dem ganzen Land zu einem der vier Kinderhäuser.

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