Kinderhäuser

In den ersten Jahren wurden die von Noma betroffenen Kinder zu Operationen in europäische Kliniken gebracht, da die Infrastruktur vor Ort noch nicht ausreichend war. Dies war jedoch mit enormen Kosten verbunden und riss zudem die Kinder aus ihrer gewohnten Umgebung. Nach oft mehrmonatigem Aufenthalt in Europa mussten sie sich im Anschluss erst wieder an das Leben in ihrer Heimat anpassen.

Deshalb entschloss sich die Hilfsaktion rasch, die nötigen Voraussetzungen für die Hilfe vor Ort zu schaffen und so Kosten gering  zu halten und einen Kulturschock zu vermeiden. Dazu musste in Niger eine adäquate medizinische Infrastruktur aufgebaut werden.

Angestellte des Vereins in Niger kommen aus den verschiedenen Stämmen des Landes, da die ethnischen Gruppen nur Stammesangehörige akzeptieren und sich nicht von anderen unterweisen lassen. Außerdem würden Sprachunterschiede die Verständigung erschweren. Die Hilfsaktion hat nun Prämien für die Registrierung der meisten Nomakinder ausgesetzt, um so möglichst vielen Kindern frühzeitig zu helfen.

Die Mitarbeiter des Vereins klären ihre Stammesangehörigen über Noma auf und bringen erkrankte Kinder aus dem ganzen Land zu einem der vier Kinderhäuser, die in den Regionen: Agadez, Maradi, Tahoua und Niamey errichtet wurden. Diese reichen jedoch bei weitem nicht aus, um die Versorgung von Nomakindern in Niger zu decken: Mindestens drei bis vier weitere Häuser wären dafür notwendig. In den Kinderhäusern werden Patienten in allen Phasen der Krankheit erfasst, sie erhalten Antibiotika und ausreichend Nahrung, falls sie sich im akuten Zustand befinden. Von hier werden sie, wenn nötig, zur Operation in die Klinik überwiesen.

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