Pilotprojekt: Eine Ernährungsklinik für Niger

Pilotprojekt: Eine Ernährungsklinik für Niger

Die Menschen in Niger leiden an extremem, chronischem Nahrungsmangel, der durch regelmäßige Dürren verursacht wird. Dies brachte die Hilfsaktion Noma e.V. bereits 2006 dazu, ein ambulantes Ernährungszentrum für unterernährte Kinder im südnigrischen Birni N’Konni einzurichten. Dort können die Kinder mit Erdnusspaste aufgepäppelt und so zum Normalgewicht zurückgebracht werden. Entscheidende Folge: Die Gefahr, an Noma zu erkranken, sinkt erheblich. Denn obwohl die Ursachen der Krankheit bisher nicht erforscht sind, ist Mangelernährung ein definitiver Risikofaktor. Noma selbst kann im Falle der Früherkennung mit Antibiotika eingedämmt werden. Die sonst drohenden, schlimmen Entstellungen durch die Zerstörung von Weichteilen im Gesicht können so vermieden werden.

Die Hilfsaktion setzt daher neben der Behandlung von Noma-Kindern auch schwerpunktmäßig auf die Prävention der Krankheit. Sie kooperiert mit der Weltgesundheitsorganisation und unterstützt so nationale Noma-Programme in 10 westafrikanischen Ländern (Benin, Burkina Faso, Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Guinea-Bissau, Mali, Niger, Nigeria, Senegal und Togo). Auch die Ursachenforschung soll in einem Pilotprojekt mit der Universität Niamey/Niger in 2017 vorangetrieben werden.

Im Bereich Prävention liegt der Schwerpunkt der Projektarbeit der Hilfsaktion in 2017 auf dem Bau einer Ernährungsklinik (CRENI, oder Centre de Récupération Nutritionelle Intensive), das neben der stationären Behandlung von schwer unterernährten Kindern auch deren Mütter als Zielgruppe im Auge hat. So sollen diese in der Klinik Schulungen in den Bereichen Hygienemaßnahmen, Abstillmethoden, Ernährung und Familienplanung erhalten, um ihnen zumindest das Wissen an die Hand zu geben, wie sie dazu beitragen können, ihre Kinder adäquat zu versorgen.

Die Klinik wird als joint venture gebaut: Während die Hilfsaktion die Gebäude errichtet und für die Unterhaltskosten sorgt, stellt der nigrische Staat das notwendige Personal zur Verfügung und wird die Klinik als Teil des nationalen Gesundheitssystems betreiben. Die Kooperation ist zunächst auf fünf Jahre ausgelegt: Sollte das Projekt dann nach Ansicht beider Partner ein Erfolg sein, gehen Gebäude und Grund vom Besitz der Hilfsaktion in den Besitz der nigrischen Regierung über. Falls die festgelegten Indikatoren bis dahin nicht erfüllt sein sollten, bleibt die HAN weiter Eigentümerin der Klinik. Das Projekt wird als Beispiel einer public private partnership auch von der deutschen Botschaft in Niger begrüßt.

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